Fast die Hälfte der IT-Führungskräfte in EMEA sieht ihre heutigen Rechenzentren weder für KI-Workloads noch für Energie- und CO₂-Ziele gerüstet. Eine neue Lenovo-Studie zeigt, wie sich Infrastruktur, Standorte und Kühlkonzepte radikal verändern müssen – und illustriert mit futuristischen Entwürfen, wie das Rechenzentrum von morgen aussehen könnte.
Eine neue Lenovo-Studie zeigt: Rechenzentren in EMEA müssen sich grundlegend wandeln, um KI, rasant wachsendes Datenvolumen und strengere Nachhaltigkeitsvorgaben zu bewältigen. 46 Prozent der befragten IT-Führungskräfte geben an, dass ihre aktuelle Infrastruktur die eigenen Energie- oder CO₂-Ziele nicht unterstützt. 99 Prozent sehen Datensouveränität als zentral für Erhebung, Speicherung und Verarbeitung von Daten, 94 Prozent halten geringe Latenz für entscheidend.
Während KI den Datenverbrauch in den nächsten zehn Jahren deutlich steigen lässt (90 Prozent), fühlen sich nur 41 Prozent technisch gut vorbereitet, diese Workloads effizient zu betreiben. 62 Prozent erwarten, dass KI und Automatisierung den grössten Einfluss auf ihre IT-Strategie haben werden – eine wachsende Kluft zwischen Anspruch und Realität. Die von Lenovo in Auftrag gegebene Studie „Data Center of the Future“ wurde von Opinium im August 2025 unter 250 IT-Entscheidern in Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden in Deutschland, Italien, Norwegen, Schweden, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten durchgeführt.
Nachhaltigkeit und Datensouveränität als Treiber
92 Prozent der IT-Entscheider bevorzugen Technologiepartner, die Energieverbrauch und CO₂-Ausstoss senken. Dennoch gibt weniger als die Hälfte an, dass das Design ihrer Rechenzentren die eigenen Nachhaltigkeitsziele unterstützt – klassische Luftkühlung stösst an Grenzen. Gleichzeitig wird Datensouveränität in den nächsten fünf Jahren weiter an Bedeutung gewinnen: 88 Prozent betrachten sie heute schon als wichtig, 99 Prozent erwarten einen weiteren Bedeutungszuwachs – befeuert durch regionale Vorgaben, Compliance-Anforderungen und den wachsenden Einsatz von Echtzeit- und Edge-Computing.
„Das Rechenzentrum der Zukunft muss KI skalierbar unterstützen, Nachhaltigkeitsziele erfüllen und möglichst energieeffizient arbeiten“, sagt Simone Larsson, Head of Enterprise AI, EMEA bei Lenovo. „Je stärker der Bedarf an Rechenleistung steigt, desto wichtiger werden Partner, die Leistung und Umweltverantwortung miteinander verbinden.“
Vier Konzeptentwürfe für das Rechenzentrum von 2055
Gemeinsam mit dem Ingenieurbüro AKT II und den Architekten von Mamou-Mani hat Lenovo untersucht, wie Rechenzentren in rund 30 Jahren aussehen könnten. Im Fokus stehen Flüssigkühlung, neue Standorte und die Nutzung bisher ungenutzter Ressourcen:
- Floating Cloud: Schwebende Rechenzentren in 20 bis 30 Kilometern Höhe, vollständig mit Solarenergie betrieben und mit geschlossenen Flüssigkühlsystemen ausgerüstet.
- Data Village / Data Spa: Modulbasierte Rechenzentren an Flüssen oder Kanälen, deren Nähe zum Wasser effiziente Kühlung ermöglicht. Abwärme kann Gebäude wie Schulen oder Wohnungen heizen; Varianten wie das Data Spa nutzen geothermische Energie und fügen sich unauffällig in natürliche Landschaften ein.
- Data Center Bunker: Rechenzentren in stillgelegten Tunneln, Bunkern oder Transportsystemen unter der Erde schaffen zusätzliche Kapazitäten ohne neue Flächenversiegelung und nutzen die stabile Umgebung für natürliches Wärmemanagement.
Die Entwürfe greifen das Prinzip der Flüssigkühlung auf und zeigen, wie sich Wärme effizienter steuern und Energieverbrauch senken lässt. Lenovos Neptune-Technologie ermöglicht bereits heute, bis zu 98 Prozent der Systemwärme direkt an der Quelle abzuführen.

